028 David Brunner - ...aber dann überrascht mich Gott!


Heute gibts mal bisschen was zu lesen :) hole dir also einen Kaffee oder Tee, mache Musik an, setze dich in deine Couch und lass dich inspirieren. Ich bin mir sicher, du wirst einige Gedanken für dein Leben mitnehmen können. Viel Spaß!

Was machst du beruflich und warum?

Ich bin Pfarrer in der Landeskirche. Warum? Weil es meine Berufung ist und Gott mich in diesen Dienst gestellt hat, der so wunderbar herausfordernd und erfüllend zugleich ist. Ich bin es (immer noch) gerne, weil es ein großes Vorrecht ist, hauptberuflich im Reich Gottes arbeiten und als Leiter dienen zu dürfen. Es erfüllt mich mit tiefer Freude, wenn Menschen durch meinen Dienst und unsere Gemeinde zum Glauben an Jesus kommen und in der Nachfolge Jesu wachsen.

Wenn du dein Leben mit 5 Worten beschreiben müsstest. Welche wären das?

vielfältig, dynamisch, fröhlich, leidenschaftlich, anstrengend

Was ist dein aktuelles Lieblingslied?

"Leben in Freiheit"


Was war der wichtigste Satz, den du in deinem Leben bisher gehört hast?

Gott liebt mich!

Wie und wo verbringst du am liebsten Zeit mit Gott?

Darauf muss ich drei Antworten geben:

  1. Ganz alleine in einem Sessel oder auf dem Sofa, früh am Morgen, wenn es noch ruhig im Haus ist, die Bibel, mein Kaffee - und Gott.

  2. Danach zusammen mit meiner Frau, mit der Bibel, einem guten Andachtsbuch und einer gemeinsamen Gebetszeit.

  3. Draußen in der Natur, wenn ich „einfach mal raus gehe“, Inspiration oder Wegweisung benötige, dann rede ich viel mit Gott.

1. Wie viel Zeit verbringst du durchschnittlich mit Gott ganz alleine?

Pro Tag ist es knapp eine Stunde. Zu wenig, wenn man bedenkt, dass „der Zehnte“, den wir in den Finanzen immer mal wieder betonen, eigentlich auch bei der Zeit gelten sollte. Dennoch ist es mir wichtig, die Zeiten fest in meinem Tagesrhythmus verankert zu haben und nicht nur die Zeit mit Gott zu suchen, „wenn ich grad Lust dazu habe“. Dazu ist Gott viel zu groß und heilig.

2. Was war dein schönstes Erlebnis, welches du ganz alleine mit Gott gemacht hast?

Ich kann kein einzelnes Erlebnis als DAS Erlebnis schlechthin benennen. Aber sehr oft schon hat Gott durch einen Bibelvers, den ich grad gelesen habe, direkt in mein Herz gesprochen.

Oder beim Gebet und in der Stille vor ihm bekam ich ein inneres Bild, das mich ermutigt und getröstet hat.

Das geschieht immer wieder, ist relativ unspektakulär - aber für mich eine total geniale Glaubenserfahrung.

Interessant ist, dass Gott dabei sowohl tröstende Worte und Bilder verwendet als auch ermahnende oder zurechtweisende Bilder und Worte aus der Bibel.

3. Wie wichtig ist dir deine persönliche Beziehung mit Gott und warum?

Sie ist meine wichtigste Beziehung - auch wenn ich ihr im Alltag leider, leider viel zu oft nicht den Stellenwert gebe, den sie verdient hätte.

Der Apostel Paulus schreibt einmal: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ (1. Korinther 15,10) Das sagt eigentlich alles: Ohne Gott wäre ich nichts - nicht da, nicht der, der ich bin, nicht am Leben, nichts von dem, was ich kann und bin, kann und bin ich aus mir heraus.

Oder wie Jesus sagt: „Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Johannes 15,5)

Klar können wir jede Menge tun - denken wir sofort. Aber ehrlich - was denn? Hätte der Schöpfer mich nicht ins Leben hinein geliebt und erschaffen, könnte ich nicht einmal atmen. Und wenn Gottes Geist mich nicht erfüllt („in Jesus bleiben“), könnte ich nichts wirklich Nachhaltiges mit dem Prädikat „Ewigkeitswert“ tun.

4. Warum möchte Gott, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben?

Weil er in sich schon Gemeinschaft ist und lebt als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gott selbst ist das Urbild von Gemeinschaft - es gibt ihn nicht „solo“.

Zudem hat er in der Schöpfung gesagt, dass er uns Menschen macht als ein „Gegenüber“ (Ebenbild). Es war sein Anliegen von Anbeginn der Welt (und schon davor), dass er uns Menschen als ein Beziehungswesen zu ihm hin erschafft weil es einen ganz bestimmten Wesenszug Gottes gibt, der wie vielleicht kaum ein anderer Wesenszug ihn verkörpert: Gott als Vater. (Auf meinem Blog habe ich hierzu noch ein paar Zeilen mehr geschrieben: https://david-brunner.de/gott-als-vater-sein-eigentliches-wesen/)

5. Welche praktischen Tipps und Tricks lebst du, um gute Zeiten mit Gott zu haben?

  1. Für mich gehört die Zeit mit Gott zum „geregelten Tagesablauf“. Ich habe feste Zeiten, in denen ich meine Zeit mit Gott habe. Darüber hinaus gibt es auch ungeplante Zeiten - aber die festen Zeiten sind wichtig.

  2. Ich nutze ein Andachtsbuch aber auch die youversion Bibel-App. In dieser App gibt es sehr, sehr coole Lesepläne. Mit ihnen kann man entweder zu einem bestimmten Thema die Bibel lesen oder ein bestimmtes Buch der Bibel wird durchgelesen. Sehr empfehlenswert!

  3. Sei authentisch! Mach das, was für dich passt und nicht das, was für andere passt. Andere gibt’s schon genug - dich gibt’s nur einmal!

6. Was machst du, wenn du „nichts“ spürst?

Weitermachen. Weiterglauben. Weiter die Beziehung leben. Es kommt nicht nur darauf an, etwas zu „spüren“, sondern den Glauben und die Beziehung zu festigen. Und das geht auch - mal - ohne etwas zu spüren, wobei das nicht der Normalfall sein soll. Hätte Gott keine Emotionen in unserer Gottesbeziehung gewollt, hätte er sie uns erst gar nicht gegeben. Aber da er uns „ganz“ will, will er auch unsere Emotionen erfüllen und gebrauchen, um die Beziehung mit ihm zu vertiefen.

Gegenfrage: Was machst du, wenn du „nichts“ weißt? Dann fragst du um Rat. Dann schlägst du in Büchern nach. Dann redest du mit anderen Christen. Dann betest du und bittest Gott um Weisheit. Das Gleiche kannst du auch im Blick auf das „Spüren“ im Glauben tun - ok, mit den Büchern wird’s vielleicht etwas schwierig, aber das andere geht schon.

7. Wie alt warst du, als du angefangen hast regelmäßig Zeit mit Gott zu verbringen? Und was war der Grund, dies zu tun?

Ich war Teenager, habe gehört, dass „man das als Christ so macht“ und habe damit angefangen. Mein Beweggrund war jetzt also nicht der allergeistlichste - aber es hat mir geholfen.

8. Wie oft erlebst du Gottes Gegenwart in deinem Leben und wir stark kann man das in Verbindung bringen mit deiner persönlichen Zeit mit Gott?

Mathematisch beweisen kann ich das nicht - aber ich würde sagen, dass es das eine ohne das andere nicht gibt, denn woher weiß ich sonst, ob ich gerade Gottes Gegenwart erlebe oder nur einem religiösen Gefühl hinterherlaufe? Durch meine Beziehung mit Gott, weiß ich, wer Gott ist - oder wie Jesus sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme, kennen meine Stimme, folgen mir nach.“ (Johannes 10)

9. Was motiviert dich, Zeit mit Gott zu verbringen?

Gott selbst! Wo gibt es das, dass ein Gott die Zeit mit mir verbringen möchte, eine Beziehung mit mir haben möchte? Ist das nicht krass? Ein Gott, der diese Welt erschaffen hat, mein himmlischer Vater ist und durch Jesus mich erlöst und mit dem Heiligen Geist erfüllt hat - dass dieser Gott mit mir was zu tun haben will und mich gebrauchen möchte, sein Reich hier auf der Erde noch sichtbarer zu machen (und das sage ich als Christ und nicht als „hauptberuflicher Pfarrer“) - das ist Motivation pur.

10. Gibt es Tage, an denen du keine Lust hast, Zeit mit Gott zu verbringen und was machst du dann?

Weitermachen. Klar. Ich gebe offen und ehrlich zu: Manchmal ist es dann schon fast wie eine Art „Pflichterfüllung“. Aber dann überrascht mich Gott mit einem Vers oder mit einem Eindruck im Gebet - und ich sehe es schon wieder gar nicht mehr als Pflichterfüllung an, sondern weiß: Dieser Gott ist lebendig und real - die Zeit mit ihm zu verbringen, lohnt sich total!

11. Was sagst du einem 16-jährigen Jugendlichen, der dich fragt, ob Gott es Wert ist, alles aufzugeben, seine Familie zu verlassen, und womöglich in dem Land wo er wohnt verfolgt, gefoltert oder eingesperrt zu werden, wenn er Jesus nachfolgt?

Die Frage ist nicht fair! ;-) OK, im Ernst. Ich finde das wirklich sehr, sehr schwierig, denn das, was wir hier als Christen in der westlichen Welt, in Deutschland, in Süddeutschland im Großraum Schwarzwald als „Verfolgung“ erleben, ist ein Witz im Vergleich zu dem, was du in der Frage ansprichst. Ganz ehrlich: Ich würde ihm am liebsten sagen: Ja, es lohnt sich! Weil Gott es wert ist und Jesus alles für dich gegeben hat! Er wird einen Plan mit deinem Leben haben - und auch wenn du durch dunkle Täler gehst, dann ist er als der gute Hirte (Psalm 23) an deiner Seite!

12. Welche Gedanken oder Inspirationen möchtest du uns noch weitergeben?

Da ich in meinem Beruf immer wieder - und gerade auch - vor großen Herausforderungen stehe, die einem über den Kopf wachsen können und man nicht immer so klar sieht, was als nächstes dran ist: Verlier nie den Blick auf Jesus! Schau auf ihn! Schau nicht auf deine Probleme, deine Herausforderungen, deine Fehler, deine Unzulänglichkeiten - das macht deinen Blick nur dunkel, weil wir Menschen nunmal fehler- und sündhaft sind.

Schau auf Jesus - und dein Leben und dein Blick wird hell! Auch wenn es nicht immer sofort geht und Jesus wie so eine Art Dimmer eingebaut hat und das Licht erst nach und nach angeht. Er hat gesagt, das er das Licht der Welt ist und dass wer an ihn glaubt nicht im Dunkeln umherirren wird (Johannes 8,12). Deswegen nimm dir Zeit alleine, zu zweit, in der Gemeinde, in einem Gebetshaus oder wo auch immer, um Gott zu suchen und in seiner Gegenwart gestärkt zu werden!

David Brunner


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© 2020 Martin Borowski

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