038 Amelie Himmelreich - Meine alleine-mit-Gott-Zeit


Ich freue mich sehr, Amelie Himmelreich für unser Interview gewinnen zu dürfen. Ich durfte im April zusammen mit ihr Worship machen, was ziemlich genial war :)

Ihr könnt gerne mal eins ihrer Songs anhören. Das Lied bewegt mich persönlich sehr :D https://www.youtube.com/watch?v=tmvk96p4Iaw


Was machst du beruflich und warum?

Grundsätzlich mache ich das, was Gott mir vor die Füße legt. Ich bin Sängerin, Predigerin, Bloggerin, gebe Worskhops und leite zusammen mit meinem Mann David eine Gemeindegründung.

Nebenbei arbeite ich noch Teilzeit als Englischlehrerin. Eigentlich habe ich Sport und Englisch auf Gymlehramt studiert und dann gemerkt, dass mich Jesus doch in eine andere Richtung führt. Mein Herz schlägt für ihn und seine Gemeinde und deshalb bin ich total dankbar, dass ich u.a. damit mein Geld verdienen darf. Ich hatte schon viele verschiedene Nebenjobs, weil Gott mich immer mit dem versorgt, was ich gerade brauche. Er ist treu und ich liebe es, ihm zu dienen.

Wenn du dein Leben mit 5 Worten beschreiben müsstest. Welche wären das?

Jesus. David. Anbetung. Erweckung. Bewegung.

Was ist dein aktuelles Lieblingslied?

„Rest“ von United Pursuit


Was war der wichtigste Satz, den du in deinem Leben bisher gehört hast?

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und alles andere wird euch zufallen.

Wie und wo verbringst du am liebsten Zeit mit Gott?

Am liebsten sitze ich in meinem Wohnzimmer auf der Couch mit Kuscheldecke, trinke einen Kaffee und rede mit ihm. Es gibt immer wieder Phase, wo ich ganz viel Bibel lese oder mir Worshiplieder anmache, aber das Wichtigste für mich ist, seine Gegenwart zu genießen und mein Herz mit ihm zu teilen. Auch beim Spazierengehen klappt das manchmal super, vor allem wenn ich irgendwo auf dem Land bin und alleine drauf losreden oder –heulen kann :)



1. Wie wichtig ist dir deine persönliche Beziehung mit Gott und warum?


Extrem wichtig. Sie ist die Grundlage meines Lebens. Er ist derjenige, für den ich geschaffen wurde und nur er kann meine Sehnsüchte füllen. Ohne diese Beziehung ist Glaube und Gemeindeaktivität nur eine leere Form der Religion. Und ohne meine persönliche Zeit mit ihm leidet jeder andere Bereich in meinem Leben: Dann versuche ich von meinem Mann alle Liebe zu bekommen, die ich brauche, ich werde schneller ungeduldig mit Menschen, Ministry wird anstrengend und grundsätzlich bin ich weniger ich selbst. Das wahre Leben liegt darin, IHN zu kennen. Er ist so wunderbar und so wert, dass ich ihn besser kennenlerne und zwar nicht nur durch Wissen über ihn. Sondern durch erfahrbares, selbst erlebtes Wissen.


2. Was machst du, wenn du „nichts“ spürst?


Wenn ich nichts spüre, dann ist das erst einmal sehr schade :) Aber Gott sei Dank habe ich gelernt, meinen Glauben nicht auf meine Gefühle zu reduzieren. In solchen Momenten erinnere ich mich einfach daran, dass Gott mich immer liebt, dass ich angenommen bin, dass mit mir nichts verkehrt ist, dass er genauso da ist wie sonst auch und dass ich mich nicht mit Leuten vergleichen muss, die ihn gerade anders erleben als ich.


Manchmal sind solche Zeiten eine Einladung, ihm blind zu vertrauen. Zu wissen was in seinem Wort steht ist essentiell wichtig, damit man sich nicht von Gefühlsschwankungen durcheinander bringen lässt. Aber zum Teil ist ein „nichts Spüren“ auch ein Indiz dafür, dass irgendetwas in meinem Herzen taub geworden ist. Das könnten Umstände sein, die mein Herz mit Sorgen und Ängsten beladen haben, bis ich Gott nicht mehr so ganz wahrnehme. Dann muss ich eine Stufe tiefer mit Gott gehen und gemeinsam mit ihm herausfinden, was gerade in meinem Herzen los ist. Er kennt mich so gut und ist jederzeit bereit mir zu begegnen, das weiß ich.


3. Wie oft erlebst du Gottes Gegenwart in deinem Leben und wir stark kann man das in Verbindung bringen mit deiner persönlichen Zeit mit Gott?


Ich erlebe Gottes Gegenwart eigentlich sobald ich mich dazu entscheide. Das heißt konkreter, dass seine Gegenwart, sein Strom, sein Geist jederzeit für mich verfügbar ist. Er ist nicht fern. Mir ist vergeben. Ich kann zu ihm kommen. Wie ich bin, Tag und Nacht.


Was trennt mich dann noch von ihm? Eigentlich nur ich selbst. Mein „Gott-nicht-Beachten“. Aber sobald ich mich seiner Gegenwart bewusst mache, spüre ich, dass er da ist. Mit offenen Armen und voller Liebe. Manchmal schüttelt es mich innerlich oder eine Wärme strömt durch meinen Körper. Das passiert ständig unterm Tag, in der Früh bei meiner stillen Zeit und sogar in der Schule, wenn ich unterrichte.

Oft bin ich dort natürlich beschäftigt, aber auch da reicht ein Gedanke. Ein Danke. Ein: Ich liebe dich. Ein: Du bist so gut mein Gott. Je mehr ich das kultiviere, desto weniger kann ich „meine persönliche Zeit mit Gott“ vom Rest des Tages trennen. Er ist ja immer da – nicht nur, wenn ich alleine bin. Aber natürlich braucht es immer wieder bewusste Zeiten, in der ich so richtig tief eintauche und mich von nichts ablenken lasse. Da ist auf jeden Fall ein Zusammenhang erkennbar.


4. Was motiviert dich, Zeit mit Gott zu verbringen?


Je mehr Zeit ich mit Jesus verbringe, d.h. je mehr ich die Quelle des Lebens anzapfe, desto weniger können mir andere Dinge in dieser Welt etwas geben. Meine Seele verlangt dann so richtig nach Gott. Meistens habe ich einfach Hunger nach ihm, weil ich so oft schon von ihm geschmeckt habe. Neulich wollten mein Mann und ich abends einen Film schauen und als wir gerade dabei waren ihn auszusuchen, hat sich so eine komische Ungeduld in meinem Herzen breit gemacht. Ich spürte irgendwie, dass meine Seele jetzt kein flaches Entertainment möchte, sondern Gott. Also haben wir stattdessen Lobpreismusik angemacht und sind vor Gott gegangen, zusammen und trotzdem jeder für sich.

Es war erstaunlich, was Gott uns einzeln zeigte und wie er mein Herz mit seiner Liebe überflutete. Natürlich ist das auch nicht immer so und manchmal entscheide ich mich auch für das, was „mein Fleisch“ halt gerade will. Wir sind alle auf dem Weg.


Meine größte Motivation Zeit mit Gott zu verbringen ist die Tatsache, dass ich ihn liebe. Und, dass es mir sonst einfach nicht so gut geht. Ich brauche ihn, jeden Tag. Seine Liebe, seinen Trost, seine Wegweisung, seine Freude, seinen Frieden. Da kommt einfach nichts anderes dran.


5. Gibt es Tage, an denen du keine Lust hast, Zeit mit Gott zu verbringen und was machst du dann?


Bei mir ist es weniger, dass ich keine Lust habe, sondern, dass ich mich von meinem vollen Kalender oder den To-Dos, die mir im Nacken sitzen zu sehr vereinnahmen lasse. Es gibt Tage, wo ich zu schnell in den Arbeitsflow gerate und dann irgendwie keine Zeit mehr für Gott finde. Aus dem Grund ist es für mich oft am besten, ich beginne den Tag gleich mit meiner alleine-mit-Gott-Zeit. Das Handy mache ich erst dann an, wenn ich das Gefühl habe: Jetzt kann die Welt kommen womit sie will! Falls ich mal einen Tag keine Zeit mit Gott nehme, ist das auch nicht schlimm. Aber bereuen tu ichs trotzdem ;-)


6. Was sagst du einem 16-jährigen Jugendlichen, der dich fragt, ob Gott es Wert ist, alles aufzugeben, seine Familie zu verlassen, und womöglich in dem Land wo er wohnt verfolgt, gefoltert oder eingesperrt zu werden, wenn er Jesus nachfolgt?


Er ist es absolut wert! Was ist schon dieses Leben im Vergleich zu dem, was in Ewigkeit sein wird? Ich weiß natürlich nicht, wie schwer es tatsächlich ist, sein ganzes Leben und seine Familie aufzugeben. Aber ich denke auch nicht, dass man einen Menschen durch Logik überzeugen kann, dies zu tun. Das muss der Heilige Geist machen. Da muss ein Feuer in deinem Herzen brennen und eine Liebe, die dich zu Dingen befähigt, die du aus rein theologischer Überzeugung nie machen könntest.


Ich habe mir als Jugendliche oft überlegt, ob ich bereit wäre für Jesus zu sterben. Ich habe mir verschiedene Szenarien vorgestellt, wie mich sogar hier im sicheren Deutschland eine Entscheidung für Jesus das Leben kosten könnte. Und ich habe mich dazu entschieden, dass ich ihm folgen werde, egal was es bedeutet.

Er ist es so wert!

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© 2020 Martin Borowski

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